Unsere Babenberger

Der Kapitelsaal des Stiftes Heiligenkreuz

Komm und sieh!

Der Kapitelsaal des Stiftes Heiligenkreuz ist die Grablege von 4 regierenden Babenberger-Markgrafen bzw. Herzögen. Was die Kaisergruft in Wien für die Habsburger ist, das ist der Kapitelsaal von Heiligenkreuz für die Babenberger! Literatur: Bernhard Zeller, Die Babenberger und das Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, 144 Seiten, 77 Farbbilder, Be&Be-Verlag: Heiligenkreuz 2010, ISBN: 978-3-902694-01-0, Preis: 12,90 Euro –
Einfach zu beziehen über:

bestellung@klosterladen-heiligenkreuz.at

Wussten Sie:

  • dass sich im Kapitelsaal nicht weniger als 10 Gräber von Babenbergern und deren Frauen befinden?
  • dass sich unter den vier Herrschern, die im Kapitelsaal begraben sind, auch der „Kidnapper“ von König Richard Löwenherz befindet?
  • dass das Stift Heiligenkreuz von den Babenbergern nicht nur ein Stück des Kreuzesholzes Christi (Kreuzreliquie), sondern auch einen Dorn aus der Dornenkrone (Dornreliquie) geschenkt erhielt?
  • dass die mittelalterlichen bunten Glasfenster im Brunnenhaus von ca. 1295 nicht nur eine historische Sensation sind, sondern auch zu den ältesten erhaltenen Darstellungen der Babenberger gehören?
  • dass im Stift Heiligenkreuz jener Fürst bestattet ist, auf den die österreichischen Landesfarben Rot-Weiß-Rot zurückgehen?

Das Geschlecht der Babenberger

Das älteste Herrschergeschlecht Österreichs

Hier die Genealogie der Babenbergerherrscher. Vier der Herrscher (fett gedruckt) sind im Stift Heiligenkreuz beigesetzt: Was die Kaisergruft in Wien für die Habsburger ist, das ist der Kapitelsaal von Heiligenkreuz für die Babenberger!

LEOPOLD I., auch Liutpold I., der Durchlauchtigte
Markgraf von Österreich von 976 bis 994

HEINRICH I., „der Widerspenstige“
Markgraf von Österreich von 994 bis 1018

ADALBERT, der Siegreiche
Markgraf von Österreich von 1018 bis 1055

ERNST, der Strenge/Streitbare/Tapfere
Markgraf von Österreich von 1055 von 1075

LEOPOLD II., der Schöne
Markgraf von Österreich von 1075 von 1095

LEOPOLD III., der Heilige
Markgraf von Österreich von 1095 bis 1136

LEOPOLD IV., der Freigebige
Markgraf von Österreich von 1136 bis 1141, Herzog von Bayern ab 1139

HEINRICH II., Jasomirgott
Markgraf von Österreich von 1141 bis 1156, Herzog von Österreich von 1156 bis 1177, Herzog von Bayern ab 1141 bis 1156

LEOPOLD V., der Tugendreiche
Herzog von Österreich von 1177 bis 1194, Herzog der Steiermark ab 1192

FRIEDRICH I., der Katholische
Herzog von Österreich von 1194 bis 1198

LEOPOLD VI., der Glorreiche
Herzog von Österreich von 1198 bis 1230, Herzog der Steiermark ab 1194

FRIEDRICH II., der Streitbare
Herzog von Österreich und Herzog der Steiermark von 1230 bis 1245

Grablege der Babenberger

Welche Babenberger sind hier begraben?

Was die Kaisergruft in Wien für die Habsburger ist, das ist der Kapitelsaal von Heiligenkreuz für die Babenberger.

Der Kapitelsaal des Stiftes Heiligenkreuz ist eine der bedeutendsten Grabstätten Österreichs: Hier befinden sich 10 Gräber von Babenbergern oder deren Frauen, die im 12. und 13. Jahrhundert das Werden des kleinen Österreich maßgeblich und nachhaltig beeinflusst haben. In einem 11. Grab sind 2 Habsburger bestattet.

Unter den Babenbergern sind nicht weniger als 4 regierende Herrscher aus dem Geschlecht der Babenberger, die hier ihre Ruhestätte gefunden haben.

Babenberger:

  • Gertrude von Braunschweig und ihre Tochter Richardis,
  • Adalbert und Ernst (Söhne von Leopold III.),
  • Heinrich der Ältere von Mödling und seine Gattin Richza,
  • Markgraf Leopold IV.,
  • Heinrich der Jüngere von Mödling,
  • Herzog Leopold V.,
  • Herzog Friedrich I.,
  • Herzog Friedrich II.,
  • Heinrich der Grausame (Sohn von Leopold VI.)
  • Agnes von Thüringen (Gattin Heinrichs des Grausamen)

Habsburger:

Rudolf und Heinrich (Enkel Rudolfs von Habsburg)

In der Mitte des Kapitelsaales befindet sich das Hochgrab von Herzog Friedrich II. dem Streitbaren. Eine Totenlampe brennt Tag und Nacht. Die hier bestatteten Herrscher waren allesamt große Gönner des Klosters, ihnen gelten bis heute die dankbaren Gebete der Mönche.

Ursprung der österreichischen Flaggenfarben

Hier liegt einer der Erfinder von rot-weiß-rot begraben!

Im Kapitelsaal von Heiligenkreuz ist der Erfinder der österreichischen Flaggenfarben Rot-Weiß-Rot bestattet. Seit dem 12. Jahrhundert stehen diese Farben für Österreich: sie entstammen dem Wappen der Babenberger. Die österreichische Flagge gehört damit zu den ältesten Nationalsymbolen der Welt! Eine Legende berichtet, dass Herzog Leopold V. bei der Eroberung von Akkon im 3. Kreuzzug ein weißes Gewand getragen habe. Dieses färbte sich durch das Blut rot. Als der Herzog den breiten Gürtel abnahm, war das Gewand allein an dieser Stelle noch weiß, sodass sich die Farben Rot-Weiß-Rot ergaben. Auf einem barocken Gemälde im Kapitelsaal von Heiligenkreuz ist diese Erzählung dargestellt.

Jedoch meinen die Historiker heute, dass Herzog Friedrich II. der Streibare der Erfinder der Farben Rot-Weiß-Rot sei. Dieser Letzte Babenberger wollte durch einen neuen Wappenschild die größere Selbständigkeit Österreichs gegenüber dem Reich signalisieren. Im Stiftsarchiv von Lilienfeld, einer Tochtergründung von Heiligenkreuz, befindet sich das älteste wächserne Amtssiegel vom 30. November 1230.

So oder so: beide, Leopold V. und Friedrich II., sind im Kapitelsaal begraben. Auf dem Hochgrab Friedrichs wurde bei der Restaurierung 1996 der Rot-Weiß-Rote Bindenschild angebracht als Huldigung an den Erfinder der österreichischen Flaggenfarben.

Markgraf Leopold IV.

Leopold IV. (geboren um 1108; † 18. Oktober 1141 in Niederaltaich, Bayern)war seit 1136 Markgraf von Österreich und seit 1139 Herzog von Bayern.

Leopold IV. war ein Sohn des Klostergründers Leopold III. und dessen Gemahlin Agnes, auf deren Betreiben er wohl auch unter Umgehung zwei seiner älteren Brüder Adalbert und Heinrich die Nachfolge 1136 seines Vaters als Markgraf von Österreich antrat.

Im Frühjahr 1139 wurde er von seinem Halbbruder, dem deutschen König Konrad III., mit dem Herzogtum Bayern belehnt, das dieser dem Welfen Heinrich dem Stolzen aberkannt hatte. Er wurde dadurch auch in heftige politische Auseinandersetzungen verstrickt, die erst unter seinem Nachfolger, seinem Bruder Herzog Heinrich Jasomirgott, eine Lösung finden sollten.

Leopold IV. starb 1141 nach schwerer Krankheit im bayerischen Kloster Niederaltaich. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin wurde er im Kapitelsaal von Heiligenkreuz beigesetzt, dem er durch die großzügige Schenkung der Güter Trumau und Thallern das wirtschaftliche Überleben gesichert hatte.

Herzog Leopold V.

Leopold V. (* 1157; † 31. Dezember 1194 in Graz) war Herzog von Österreich 1177-1194 und der Steiermark 1192-1194.

Bereits zu Lebzeiten seines Vaters Heinrich Jasomirgotts wurde Leopold V. 1174 mit dem mittlerweile zum Herzogtum erhobenen (1156) Österreich belehnt. Nach dessen Tod im Jahr 1177 trat er hier auch die Nachfolge an. Durch Verträge mit Herzog Otakar IV. sicherte Leopold sich und seinem Sohn Friedrich die Nachfolge im Herzogtum Steier, der heutigen Steiermark, die er nach dem Tod Otakars im Jahr 1192 antrat.

Von einer Pilgerreise ins Heilige Land brachte Leopold eine große Kreuzreliquie in seine Heimat mit und machte sie den Heiligenkreuzer Mönchen zum Geschenk. Bis zum heutigen Tag wird diese kostbare Reliquie im Kloster aufbewahrt und verehrt.

Leopold V. schloss sich auch dem dritten Kreuzzug an. Bei der Belagerung und Eroberung Akkons am 12. Juli 1191 kam es zur Auseinandersetzung mit dem englischen König Richard Löwenherz: Dieser soll damals ein österreichisches Feldzeichen herab gerissen haben, woraufhin Leopold V. beleidigt in seine Heimat zurückkehrte.

Als Richard Löwenherz aber wenig später aufgrund der politischen Situation über Umwege nach England zurückkehren wollte, wurde er Ende Dezember 1192 in der Nähe von Wien aufgegriffen und von Leopold V (auf der Burg Dürnstein?) gefangen gesetzt. Im folgenden Jahr lieferte Leopold seinen Gefangenen an Kaiser Heinrich VI. aus und erhielt dafür einen Teil des erpressten Lösegelds.

Die Gefangennahme des englischen Königs hatte für Leopold allerdings ein Nachspiel. Papst Coelestin III. exkommunizierte den österreichischen Herzog kurzerhand wegen der Gefangennahme eines Kreuzfahrers. Ohne von der Exkommunikation gelöst worden zu sein starb Leopold 1194 an den Folgen eines Reitunfalls. Er wurde als zweiter Babenberger-Herrscher in Heiligenkreuz begraben, das er zeit seines Lebens durch mehrere bedeutende Güterübertragungen auch wirtschaftlich unterstützt hatte.

Herzog Friedrich I.

Friedrich I. (* um 1175; † 16. April 1198 auf der Heimreise aus Palästina) war Herzog von Österreich 1194-1198.

Entgegen früher Pläne wurde nach dem Tod Leopolds V. die Herrschaft geteilt: Sein ältester Sohn Friedrich I. erhielt das Herzogtum Österreich, dessen jüngerer Bruder Leopold VI. hingegen regierte über die Steiermark.

Die ersten Jahre von Friedrichs Regierung in Österreich waren durch die Hypothek der väterlichen Politik belastet. Nach zähen Verhandlungen musste er sich dazu bereit erklären, den noch nicht verbrauchten Teil des Lösegeldes, das sein Vater für die Gefangennahme und Auslieferung von König Richard Löwenherz erhalten hatte, zurückzuerstatten. Außerdem gelobte Friedrich, an einer bevorstehenden Kreuzfahrt teilzunehmen, die er 1197 auch antrat.

Schon im folgenden Frühjahr 1198 raffte ihn, fern von der Heimat, eine schwere Krankheit hin. Sein Leichnam wurde more teutonico – also nur die (ausgekochten) Beine – nach Österreich überführt. Wie sein Vater wurde auch er in Heiligenkreuz beigesetzt.

In seiner kurzen Regierungszeit hatte Herzog Friedrich I. das Stift durchaus gefördert.

Herzog Friedrich II.

Friedrich II., genannt der Streitbare (* 15. Juni 1211 in Wiener Neustadt; † 15. Juni 1246 in der Schlacht an der Leitha) war von 1230 bis 1246 Herzog von Österreich und der Steiermark.

Friedrich war ein Sohn Leopolds VI., der nach dem Tod Friedrichs I. wieder beide Herzogtümer, Österreich und die Steiermark, in (s)einer Hand vereint hatte. 1230 folgte er seinem Vater in der Herrschaft und war, nicht ganz unverschuldet, mit innen- wie außenpolitischen Schwierigkeiten konfrontiert. Friedrichs Gegner führten 1235 Klage gegen ihn, woraufhin der Herzog vom gleichnamigen Kaiser Friedrich II. geächtet und von einem Reichsheer aus Wien vertrieben wurde, das 1237 den Rang einer Reichsstadt erhielt.

Nur langsam gelang es Friedrich II., seine Länder zurückzugewinnen. Auch mit dem Kaiser söhnte er sich aus. Von diesem erhielt er schließlich sogar die Zusage, sein Herrschaftsgebiet zum Königreich zu erheben. Doch blieb dieses Projekt aufgrund der politischen Zeitumstände unausgeführt.

Seit der Besetzung ungarischer Grenzgebiete durch den Herzog während des Mongoleneinfalls im Jahr 1241 häuften sich die militärischen Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland, in deren Verlauf Friedrich im Jahr 1246 kinderlos starb. Die Herrschaft der Babenberger in Österreich und der Steiermark ging damit abrupt zu Ende.

Herzog Friedrich II. war einer der größten Gönner des Stiftes Heiligenkreuz. Nicht zuletzt mit den von ihm zu Verfügung gestellten Mitteln war der (Aus-)Bau des heutigen, frühgotischen Kreuzgangs möglich. Friedrich wurde als letzter männlicher Babenberger im Kapitelsaal von Heiligenkreuz beigesetzt, den er als repräsentative Grablege für sich und seine Familie auserkoren hatte, und wohin er auch einige seiner verstorbenen und bereits in Klosterneuburg begrabenen Familienangehörigen überführen ließ.

Auch deshalb sind im Heiligenkreuzer Kapitelhaus heute mehr als die hier genannten Mitglieder der babenbergischen Famlie begraben.

Sel. Otto von Freising

Nachfolgend ein leicht modifizierter Artikel von Roland Götz. Der selige Otto von Freising (Gedenktag 7. September) ist unser „zweiter Gründer“, denn er hat seinen Vater Markgraf Leopold III. 1133 gebeten, die Zisterze Heiligenkreuz zu gründen. Sein Reliquienschrein befindet sich derzeit in der Sakramentskapelle, soll aber demnächst in den Sakramentsaltar der Abteikirche übertragen werden.

Bischof Otto gilt als die bedeutendste Gestalt unter den Nachfolgern des heiligen Korbinian auf dem Freisinger Bischofsstuhl. Als Spross des Geschlechts der Babenberger gehörte er dem europäischen Hochadel an: Markgraf Leopold III. (der Heilige) von Österreich war sein Vater, der deutsche König Konrad III. sein Halbbruder und Kaiser Friedrich Barbarossa sein Neffe. Um 1112 wurde Otto als fünfter Sohn des Markgrafen geboren, schon als Kind war er für eine hohe geistliche Laufbahn bestimmt.

Deshalb schickte sein Vater ihn an die damals führenden philosophisch-theologischen Ausbildungsstätten. Bei seinen Studien in Paris und Chartres lernte er durch die berühmtesten Gelehrten seiner Zeit die antike Philosophie und die neue scholastische Theologie kennen. Im Frühjahr 1132 trat er mit Studiengefährten die Heimreise an; bei einer Übernachtung im Kloster Morimond (nördlich von Dijon) war er von der dortigen Lebensform so fasziniert, dass er zusammen mit 15 Lebensgefährten in das Kloster eintrat und Mönch des jungen Zisterzienserordens wurde, der sich eine strenge Befolgung der Benediktregel zum Ziel gesetzt hatte. Sechs Jahre lebte er hier als Novize und Mönch; seinen Vater regte er zur Gründung des Zisterzienserklosters Heiligenkreuz bei Wien an. 1138 wählte ihn der Konvent von Morimond zum Abt, doch kurz darauf wurde er bereits Bischof von Freising. Er war damit der erste Zisterzienser auf einem deutschen Bischofsstuhl; auch in diesem Amt trug er weiter den grauen Habit seines Ordens.

Die Bestellung zum Bischof von Freising war wohl nicht ganz ohne Zutun König Konrads erfolgt. In einer Zeit großer politischer Spannungen galt Ottos erste Sorge der Sicherung von Rechten und Besitz seines Bischofsstuhles, die er sich durch Kaiser und Papst bestätigen ließ, um dann an die innere Erneuerung des Bistums gehen zu können.

Bei Reisen prüfte er den Stand der Seelsorge und weihte Kirchen (z.B. Kemoden und St. Peter auf dem Madron). Er bemühte sich um die Reform der Klöster und um eine bessere Bildung des Klerus. Zur Unterstützung der Seelsorge erneuerte bzw. gründete er die Chorherrenstifte Schliersee, Schlehdorf, Schäftlarn und Neustift bei Freising. Dem Freisinger Domkapitel gab er eine neue Lebensordnung.

Als Reichsbischof war er auch Teil der politischen Führungsschicht. So musste er immer wieder den König auf Reisen begleiten, an Reichstagen teilnehmen, Gesandtschaften übernehmen und Streitfälle schlichten. Auf dem zweiten Kreuzzug führte er 1147-1148 selbst einen Teil des Kreuzfahrerheeres; doch endete das ganze Unternehmen in einem schlimmen Misserfolg.

Eine Niederlage erlitt Otto auch im Machtkampf mit den Vögten der Freisinger Kirche aus dem aufstrebenden Geschlecht der Wittelsbacher und durch die Gewalttat des bayerischen Herzogs Heinrich des Löwen, der 1158 die bischöfliche Zollbrücke bei Föhring zerstörte und nach München verlegte.

Als Geschichtsschreiber und theologischer Geschichtsdeuter dagegen erlangte Bischof Otto europäischen Rang. 1143-1146 verfasste er eine Weltchronik: Die »Chronik oder Geschichte der beiden Staaten« reicht von der Erschaffung der Welt bis in seine Gegenwart und schließt mit einem Ausblick auf das Ende der Welt. Nach dem Vorbild des hl. Augustinus wird die Weltgeschichte theologisch gedeutet als Auseinandersetzung zwischen dem »Gottesstaat« und dem Welt- oder Teufelsstaat. In der Aufeinanderfolge der Weltreiche zeigen sich »Wandel und Unbeständigkeit der irdischen Dinge«. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen die Geschichte des Reiches und des Kaiserhauses. Bischof Ottos »Chronik« gilt bis heute als Meisterwerk mittelalterlicher Geschichtsschreibung. Als zweites Werk begann er 1157 eine Darstellung der Taten seines Neffen Friedrich Barbarossa, die wegen seines Todes unvollendet blieb.

Sein langjähriger Mitarbeiter Rahewin setzte sie fort und widmete ihm darin einen ausführlichen Nachruf (Gesta Frederici IV.14-15): »Mit wissenschaftlichen Kenntnissen in mehr als mittelmäßiger oder gewöhnlicher Weise ausgerüstet, galt er unter den deutschen Bischöfen als der erste oder als einer der ersten; denn außer der Kenntnis der Heiligen Schrift, deren geheimnisvolle und tiefsinnige Aussprüche er besser verstand als andere, hat er fast als erster die Subtilitäten der philosophischen und der Aristotelischen Schriften über die Topik, die Analytik und die Beweisführung unserem Heimatland vermittelt.« Mit Gottes Hilfe hatte er seine Kirche, »als er aus dem Leben schied, wieder so weit in die Höhe gebracht, daß er dem Klerus Religion, den Eigenleuten die Freiheit, der Kirche ihren vollen Besitz und den Gebäuden ihr schmuckes Aussehen zurückgegeben hatte, und seine Sorge, seine Mühe und sein Verdienst um seinen Stuhl und seine Gemeinde waren so groß, als wäre er nicht der Wiederhersteller, sondern der Gründer des Bistums.«

Bischof Otto starb im Alter von 46 Jahren am 22. September 1158 auf der Reise nach Citeaux, zum Generalkapitel seines Ordens, in seinem Professkloster. Nahe beim Hochaltar der Abteikirche von Morimond erhielt er sein Grab. Im Gefolge der Französischen Revolution wurde die Klosteranlage fast vollständig zerstört.

Reliquien des sel. Otto von Freising

Die Reliquien des seligen Otto von Freising in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder entdeckt und befinden sich seither im Stift Heiligenkreuz im Wienerwald. Am 6. Jänner 2011 ließ Abt Gregor Henckel Donnersmarck die Reliquien in den Sakramentsaltar der Abteikirche übertragen, sodass der Reliquienschrein nunmehr öffentlich sichtbar ist.

Aus der von Rahewin gedichteten Grabschrift

Fragst du nach dem Stand: von Würde war er Bischof;
nach der Gestalt: anmutig, geschmeidig, im besten Mannesalter;
nach der Abstammung: ein Adeliger von hoher königlicher Majestät;
nach dem Charakter: empfohlen durch wunderbare Rechtschaffenheit;
nach dem religiösen Habitus: er führte sich als Mönch;
nach der Geisteshaltung: er verteidigte die Ideen.
Die Jungfrau, deren Fürbitte er verdient hat,
möge ihn bei dem, den sie empfangen hat, empfehlen.
Übersetzung: Hubert Glaser

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