Weihnachtsvorbereitung: Das klösterliche Rekreationszimmer hat nach 40 Jahren einen neuen Bodenbelag erhalten (17.12.11.)

Aus den 1970er Jahren stammt unser innerklösterliches Rekreationszimmer. Inzwischen ist es eine kleine Stilsensation, weil es einheitlich durchgestylt ist. Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck war von diesem Raum ganz begeistert und wollte hier eine Szene seines Filmes „Das Leben der anderen“ drehen. Es sollte ein Büro des Berliner Stasi-Zentralbüros sein. In diesem Raum setzen wir uns täglich am Abend – und am Sonntagen auch zum Kaffee – zusammen, um uns zu „rekreieren“ (=erholen), also um uns auszutauschen. Hier findet auch am Heiligen Abend unsere klösterliche Weihnachtsfeier statt. Der verschmutzte Fußboden wurde jetzt sehr sensibel durch einen strapazfähigen Linoleumfußboden ersetzt. Durch die türkise Farbe blieb der Stil voll erhalten. Derzeit erinnert der Linoleum-Geruch die alten Mitbrüder zwar noch etwas an ihre Schulzeit, aber sonst ist diese Minisrestaurierung formidabel gelungen. Foto: Das neubefußbodete Rekreationszimmer: Ein 1970er-Stilunikat im Herzen unseres Klosters. – (Inzwischen haben Direktor Werner Richter und Prof. P. DDr. Alkuin Schachenmayr recherchiert: Der Wiener Architekt Hans Pfann (1890-1973) entwarf den Raum, der am Heiligen Abend im Jahr 1972 vom Auftraggeber Abt Franz Gaumannmüller eingeweiht wurde. Vor 1939 war dort die Schneiderei untergebracht, von 1957 bis 1972 die Kapelle für Exerzitienkurse. Pfann erhielt immer wieder seit dem Jahr 1952 Heiligenkreuzer Aufträge. Er hat auch Spielcasino in Baden, die Heilstätte in Grimmenstein und das Musikvereinsgebäude im Jahr 1938 gestaltet. Pfann blieb bis zu seinem Tod mit dem Stift verbunden; trotz seines evangelischen Bekenntnisses gehörten die Heiligenkreuzer Aufträge zu seinen Lieblingsarbeiten. Die Wandvertäfelung und Möblierung sind aus Nussholz und wurden von Mitarbeitern der Stiftstischlerei gefertigt, die Keramikplatten an der Südwand wurden von Gaumannmüller in italienischen Galerien erworben.)