Nachruf auf Anneliese Deschauer, Familiare und Ehrensenatorin (29.01.2020)

Am 27. Januar 2020 verschied unsere geschätzte Familiarin Frau Anneliese Irmtraud Deschauer nach langer, mit Geduld ertragener Krankheit, liebevoll betreut von ihrem Gatten und seelsorglich begleitet vom Stiepeler Altprior P. Andreas, der ihr auch kurz vor ihrem Hinscheiden die Krankensalbung spendete.
Als Bochumer Unternehmerin hat sie zusammen mit ihrem Gatten 2001 für das Kloster Stiepel die Werner und Anneliese Deschauer Stiftung gegründet, die unserem Priorat wirtschaftliche Stabilität zusichert. Außerdem ist sie, wie ihr Gatte, Ehrensenatorin unserer Hochschule, Ehrenbürgerin der Stadt Geisa und trägt wie er das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Als ehemalige DDR-Flüchtlinge haben sich beide nach der Wende von 1989 sehr um ihre alte Heimat verdient gemacht, so dass die Stadt Geisa ihnen jeweils eine Straße gewidmet hat. Außerdem engagierten sie sich bei der Errichtung der Gedenkstätte Point Alpha, dem ehemaligen US-Beobachtungsposten an der damaligen Zonengrenze in unmittelbarer Nähe von Geisa.
Alle ihre Verdienste aufzuzählen ist nicht möglich; sie sind aber sicher bei Gott verzeichnet. So können wir nur fragmentarisch und streiflichtartig ihr Wirken besonders für das Kloster Stiepel und für Heiligenkreuz beleuchten.
Im Jahr 2006/07 hatte das „Stifterehepaar“ wesentlichen Anteil am Chorraum­ausbau der Pfarr-, Wallfahrts- und Klosterkirche St. Marien in Stiepel. Unter P. Prior Pirmin und Pfarrer P. Andreas konnten 2015 mit ihrer Hilfe neue Kirchenbänke, die wie das Chorgestühl von unseren P. Raphael Statt entworfen wurden, finanziert und die Kirche renoviert werden. Aber nicht nur das Innere des Gotteshauses, sondern auch die Außenanlagen waren Frau Deschauer ein großes Anliegen. So bezahlte sie die neue Pflasterung und ließ zusammen mit ihrem Gatten das Denk- und Mahnmal eines Originalstückes der Berliner Mauer neben der Kirche errichten. Unter dem Motto: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ wird so an die Überwindung der unseligen Teilung Deutschlands bleibend erinnert.
Außerdem engagierten sich beide Ehrensenatoren auch für unsere Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz. Für das Überdiözesane Priesterseminar Leopoldinum stifteten sie die Pfeifenorgel in der Katharinenkapelle. Als letztes großartiges Kunstwerk finanzierte Frau Deschauer das von P. Raphael gestaltete 12,5m große moderne Glasfenster im neuerbauten Musikheim von Heiligenkreuz.
Zwei Höhepunkte ihres Lebens waren die Teilnahme an der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 in Castel Gandolfo. Nach der Papstmesse durften sie den Heiligen Vater persönlich sprechen und von ihm anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit den Segen empfangen. Am 30. April 2015 verlieh unser jetziger Heiliger Vater Papst Franziskus durch Christoph Kardinal Schönborn dem Bochumer Stifterehepaar Werner und Anneliese Deschauer den Päpstlichen Silvesterorden in der Prälatur des Stiftes Heiligenkreuz.
Auf eigenem Wunsch bat das Stifterehepaar darum, im Klosterfriedhof von Stiepel bestattet zu werden. Das Pontifikalrequiem wird Abt Maximilian am 8. Februar 2020 um 10 Uhr in der Pfarr-, Wallfahrts- und Klosterkirche St. Marien Bochum-Stiepel halten. Anschließend ist die feierliche Beisetzung.
Unsere herzliche Anteilnahme gilt dem Witwer, unserem Familiar Werner Deschauer und allen Anverwandten der Verstorbenen.  R. i. p.
Abt Maximilian Heim OCist und Konvent