Bittgebet für die armen Seelen (02.11.07)

Es wäre eine große menschliche und kulturelle Tragödie, wenn man auf das Gebet für die Verstorbenen vergisst. Mit dem Tod trennt sich die Seele vom Leib, das heißt, dass der Mensch nicht mehr „geschichtsmächtig“ ist, wie Joseph Ratzinger (jetzt Papst Benedikt XVI.) dies ausgedrückt hat. Das geistig fortbestehende Ich – wir nennen es „arme Seele“ – bedarf der Fürbitte und des Opfers durch die Lebenden, um geläutert zu Gott zu gelangen. Die Seelen der Verstorbenen sind wirklich „arm“, weil sie ganz auf unsere Hilfe angewiesen sind, um in die vollendete Liebe Gottes, also in den „Himmel“ hineinzuwachsen. Viele Gnaden gehen verloren, weil zu wenig für die armen Seelen gebetet wird. Und das macht auch unsere irdischen Beziehungen kalt und unsere Kultur frostig. – Bei uns im Kloster beten wir viel für die Verstorbenen: Täglich nach dem Mittagessen gibt es ein Totengedächtnis, täglich feiert ein Mitbruder die Hl. Messe „pro defunctis“, für die Verstorbenen und am Allerseelentag sind wir feierlich auf den Friedhof gezogen, um für unsere Mitbrüder zu beten. Foto: Gräbersegnung am Mönchsfriedhof am 2.11.2007.