WIE IST UNSER TAGESABLAUF

Die Tagesordnung des Klosters

Täglich:

5.15 Uhr Vigilien
6.00 Uhr Laudes

6.25 Uhr Konventmesse
An Sonn- und Feiertagen ist die Lateinische Konventmesse erst um 9.30 Uhr

12.00 Uhr Terz und Sext
12.55 Uhr Non

18.00 Uhr Gesungene Lateinische Vesper

19.45 Uhr Komplet und Salve Regina
20.10 Uhr Rosenkranz vor dem Allerheiligsten in der Krankenkapelle

Nach der Komplet herrscht im Kloster das "Silentium nocturnum", das nächtliche Stillschweigen, das erst wieder am nächsten Morgen bei den Vigilien mit dem Eröffnungsvers: "Domine, labia mea aperies, et os meum annuntiabit laudem tuam! - Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird Dein Lob verkünden!" beendet wird.

Im Rhythmus von "Ora et Labora"

Morgenstund hat Gott im Mund!

Unser klösterliches Leben gestaltet sich im Rhythmus von Gebet und Arbeit. Unsere wichtigste Gebetsform ist das gemeinsame Chorgebet, das wir auch "Officium divinum" - "göttlichen Dienst" nennen, weil es unsere Hauptaufgabe ist. Dazu stehen wir schon vor 5 Uhr auf, denn wir kommen um 5.15 Uhr zum ersten Chorgebet in der Kirche zusammen.

Dieses morgendliche Gebet sind die Vigilien (Tagwache) ab 5.15 und Laudes (Morgenlob) ab 6 Uhr. Anschließend um ca. 6.25 Uhr folgt die gemeinsam gefeierte Heilige Messe, das klösterliche Konventamt.

Nach der Danksagung ist die Zeit frei für das Frühstück oder sonstige Erledigungen. Von 8 bis 12 Uhr gehen wir unserer Arbeit nach. Die Studenten besuchen dann ihre Vorlesungen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule.

Um 12 Uhr ist das nächste Chorgebet. Gemeinsam beten wir die Terz und Sext in der Kirche, danach wird im Refektorium, das ist der Speisesaal, das Mittagessen gemeinsam eingenommen.

Für den Tischdienst sind immer zwei Mitbrüder eingeteilt. Anschließend gehen wir in Prozession, den Psalm 50 rezitierend, zurück in die Kirche, um das Totengedenken zu halten und die Non zu beten. Weil der Psalm mit den Worten "Miserére mei Deus" - "Erbarme dich meiner, o Gott" beginnt, sprechen wir auch von "Miserereprozession".

Danach haben wir Freizeit und können z. B. eine kleine Siesta halten. Meist beginnt dann aber irgendwer mit dem Rasenmähen, sodass man Mühe hat, Ruhe zu finden. Das sind die "kleinen" Opfer des Klosterlebens!

Der Nachmittag und Abend

An Sonn- und Feiertagen gibt es freilich eine sogenannte "Rekreation", das ist ein Zusammensein mit Kaffee und Kuchen. Von 14 bis 18 Uhr gehen wir wieder unserer Arbeit nach.

Um 18 Uhr feiern wir die Vesper, das abendliche Lobgebet der Kirche. Während wir an gewöhnlichen Tagen das Chorgebet am Morgen und zu Mittag auf einem Ton rezitieren, wird die tägliche Vesper immer gesungen. Danach gehen wir wieder in das Refektorium zum gemeinsamen Abendessen.

Sodann ist wieder Freizeit. Es besteht jedoch die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Rekreation. Man sitzt beisammen und erzählt einander, was man während des Tages gemacht hat.

Schließlich treffen wir uns um 19.50 Uhr im Lesegang des Kreuzganges, um einen Abschnitt aus unserer Ordensregel, der Regel des heiligen Benedikt, zu hören. Anschließend ziehen wir in die Kirche hinauf und singen die Komplet. Diese ist mit ca. 15 Minuten das kürzeste Gebet, sie schließt den Tag ab, wie ja ihr Name sagt. Die Komplet endet mit dem feierlichen Abendgruß an die Muttergottes, unsere Königin.

Während des "Salve Regina" sind alle Lichter ausgeschaltet, nur der Baldachin mit dem Kreuz ist beleuchtet und zwei brennende Kerzen bezeichnen unsere brennenden Herzen. Während des Auszuges besprengt der Abt jeden einzelnen Mönch, der sich vor ihm verneigt, mit Weihwasser.

Nach der Komplet herrscht im ganzen Kloster das nächtliche Schweigen, das die Benediktsregel sehr betont. Man kann sich gleich schlafen legen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, gemeinsam den Rosenkranz vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der kleinen Krankenkapelle zu beten.

Das Gotteslob ist heiliger Dienst

Gebet ist nicht nur Kultur der Seele, sondern heiliger Dienst!

Es fällt jedem Gast auf, dass wir in Heiligenkreuz das Chorgebet und die Heilige Messe in lateinischer Sprache feiern. Dies ist aber eigentlich selbstverständlich, denn es entspricht dem 2. Vatikanischen Konzil, welches wünscht, dass das Latein erhalten bleiben soll und die Landessprache zusätzlich erlaubt wird.

Als Mönche, die in einer jahrhundertelangen bewährten Tradition des Gebetes stehen, verwenden wir zum Chorgebet und zur Eucharistiefeier den Gregorianischen Choral.  Das Latein ist bei uns wirklich keine "Ideologie", sondern ein geliebtes Geschenk aus einer uralten Meditationsform!

Jeden Tag werden die Heilige Messe, die Vesper und die Komplet in feierlicher Weise gesungen. Je nach dem liturgischen Rang eines Festes werden auch die andere Teile des Officiums gesungen, ansonsten nur rezitiert, das heißt auf einem gleich bleibenden Ton gebetet.

Persönliches Gebet und "Geistliche Lesung"

Natürlich muss der Mönch auch alle anderen Formen des privaten und stillen Gebets pflegen, vor allem auch die Geistliche Lesung, die seiner Seele die nötige Nahrung und Stärkung gibt.

Diese "Lectio divina", was eigentlich "göttliche Lesung" bedeutet, wird von jedem Mönch zu einer von ihm selbst gewählten Zeit gehalten. Alle Elemente unseres klösterlichen Alltags, sei es das private oder das gemeinsame Gebet, die vielfältigen Arbeiten, die Geistliche Lesung, das Gemeinschaftsleben oder die Erholung hängen miteinander zusammen. Sie ergeben eine symphonische Lebensform, die uns Mönchen helfen soll, den Egoismus zu überwinden und frei zu werden für die Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Und nicht zuletzt ist unser Leben für Gott ein Lobpreis an unseren Schöpfer und Erlöser, zu dem wir in Stellvertretung für alle anderen Menschen berufen worden sind.

Patent portae - magis cor!
Unsere Türen stehen offen - noch mehr unser Herz!

 
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