Stift Heiligenkreuz stellt sich vor

Nochmals: Willkommen!

Das Stift Heiligenkreuz ist eine lebendige Zisterzienserabtei, die schon 1133 gegründet wurde und seither ohne Unterbrechung besteht. Das Kloster ist die größte kulturelle und geistliche Attraktion des Wienerwaldes und wird jährlich von ca. 120.000 Touristen aus aller Welt besucht.

Adresse:

Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz
Markgraf-Leopold-Platz 1
A-2532 Heiligenkreuz im Wienerwald / Austria
Telefon: +43 2258 / 8703 (Information)
Telefax: +43 2258 / 8703 - 114
E-Mail für Informationen: information(at)stift-heiligenkreuz.at
E-Mail für Führungen/Besichtigungen: visit@stift-heiligenkreuz.at
Homepage: www.stift-heiligenkreuz.at

Papst Benedikt XVI. besuchte 2007 das Kloster und sagte:

"Als geistliche Oase zeigt ein Kloster der heutigen Welt
das Allerwichtigste, ja das letztlich allein Entscheidende:
dass es einen letzten Grund gibt,
um dessentwillen es sich zu leben lohnt:
Gott und seine unergründliche Liebe."

Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache in Heiligenkreuz am 9. Sept. 2007

Kurze Beschreibung von Heiligenkreuz

Heiligenkreuz liegt im Herzen des Wienerwalds, nur 15 km von Wien entfernt. Die fast 900 Jahre alte Zisterzienserabtei wurde 1133 durch den heiligen Markgrafen Leopold III. aus dem Geschlecht der Babenberger gegründet. Zuvor war Otto, ein Sohn Leopolds, während des Studiums in Frankreich selbst in das Zisterzienserkloster Morimond eingetreten.

Die Zisterzienser waren damals eine neue, erst 1098 entstandene Reformbewegung der Benediktiner, und hatten großen Zulauf an Berufungen aus allen Schichten der Bevölkerung. Otto, später Bischof von Freising, überredete seinen Vater zur Stiftung eines Zisterzienserklosters, so dass am 11. September 1133 zwölf Mönche aus Morimond das klösterliche Leben im Rhythmus von Gebet und Arbeit (Ora et labora) begannen.

Heiligenkreuz ist heute weltweit das einzige Zisterzienserkloster, das seit der Gründung ohne Unterbrechung besteht. Nur Stift Rein in der Steiermark ist noch älter. Der Enkel Leopolds III., Herzog Leopold V. schenkte dem Kloster 1188 ein 23,5cm langes Stück des Kreuzesholzes Christi; diese große Kreuzreliquie wird bis heute hoch verehrt.

Heiligenkreuz ist auch im 9. Jahrhundert seines Bestehens ein überaus lebendiges Klosters, die Mönchsgemeinschaft besteht aus vielen jungen Mitbrüdern; die über 80 Zisterzienser des Klosters wirken als Pfarrer in der Seelsorge, betreiben seit 1802 eine eigene Philosophisch-Theologische Hochschule für die Priesterausbildung.

1988 gründete Heiligenkreuz im deutschen Ruhrgebiet sogar ein neues Kloster in Bochum, das den Namen "Kloster Stiepel" trägt.

Besonders pflegen die Heiligenkreuzer Zisterzienser das lateinische Chorgebet in gregorianischem Choral nach den Normen des 2. Vatikanischen Konzils.

Das feierliche Chorgebet ist immer öffentlich, Besucher dürfen gegen Voranmeldung daran teilnehmen.

Gäste sind immer herzlich willkommen, für sie steht ein eigener Gästetrakt zur Verfügung.

Die mittelalterliche Klosteranlage ist eine kulturelle Sensation und kann im Rahmen von Führungen täglich besichtigt werden.

Heiligenkreuz ist das mystische Herz des Wienerwaldes

1. Markgraf Leopold III. aus der Dynastie der Babenberger stiftete 1133 das Zisterzienserkloster „Unsere Liebe Frau vom Heiligen Kreuz“ am Sattelbach. Otto, ein Sohn von Leopold III., war kurz zuvor selbst Zisterzienser in Morimond geworden und hatte seinen Vater um die Gründung gebeten. Leopold III. starb 1136 und wurde in Klosterneuburg bestattet; 1485 wurde er heilig gesprochen. Sein Sohn Otto wurde Bischof von Freising und gilt als der bedeutendste Geschichtsschreiber des Mittelalters; er wird als Seliger verehrt, seine Reliquien befinden sich in Heiligenkreuz.

2. Der Zisterzienserorden war damals als neue und vitale Reformbewegung des benediktinischen Mönchtums entstanden. Der Name „Zisterzienser“ stammt von dem 1098 in der Nähe von Dijon gegründeten ersten Kloster „Cistercium“, auf französisch: „Cîteaux“.

3. Der Kapitelsaal ist eine der bedeutendsten Begräbnisstätten Österreichs; denn hier sind nicht weniger als vier Herrscher der Babenberger, des ältesten österreichischen Herrschergeschlechtes, bestattet: Markgraf Leopold IV., Herzog Leopold V., Herzog Friedrich I. und Herzog Friedrich II. der Streitbare. Herzog Friedrich II. ruht in einem Hochgrab, weil er das Kloster besonders gefördert hat; mit seinem Tod 1246 erlosch das Geschlecht der Babenberger.

4. 1188 schenkte Herzog Leopold V. dem Kloster die große Kreuzreliquie, die bis heute verehrt wird; es handelt sich um das größte Stück vom Holz des Kreuzes Christi nördlich der Alpen.

5. Die Zisterzienser verehren den Hl. Benedikt († 547) und den Hl. Bernhard († 1153) als ihre geistigen Väter. Benedikt wird in schwarzer Kukulle mit zersprungenem Becher und Buch dargestellt, Bernhard in weißer Kukulle, wie er das Kreuz in seinen Armen trägt.

6. Heiligenkreuz ist das älteste Zisterzienserkloster der Welt, das seit seiner Gründung durchgehend besteht. Seit 1133 halten die Mönche siebenmal am Tag das Gotteslob. Sie beginnen mit dem sogenannten „Chorgebet“ um 5.15 Uhr. Der Tag schließt mit der Komplet um ca. 20.15 Uhr. In der Nacht herrscht heiliges Schweigen.

7. Die Babenberger haben Heiligenkreuz so sehr gefördert, daß es mehrere Tochter­gründungen hervorbrachte: Zwettl in Niederösterreich (1138), Baumgartenberg in Oberösterreich (1142), Czikador in Ungarn (1142), Marienberg im heutigen Burgenland (1197), Lilienfeld in Niederösterreich (1202), Goldenkron in Böhmen (1263), Neuberg an der Mürz in der Steiermark (1327). Auch heute ist der Konvent von Heiligen­kreuz zahlenmäßig der größte in Österreich. 1988 konnte sogar ein neues Kloster namens Stiepel in Bochum im Ruhrgebiet gegründet werden.

8. Die hohe romanisch-gotische Abteikirche aus dem 12./13. Jahrhundert zeigt in ihrer nüchternen Erhabenheit das Ideal der zisterziensischen Architektur: Die Kirche soll ohne Malerei und Ornament auskommen und steingewordenes Gotteslob sein.

9. Die drei Fenster der romanischen Westfront symbolisieren die Dreifaltigkeit Gottes. Eindrucksvoll ist es, wenn in der Osterzeit das Licht der untergehenden Sonne durch die drei Fenster auf die Mönche fällt, welche die abendliche Vesper beten.

10. Die Zisterzienser leben bis heute von der Land- und Forstwirtschaft. Heiligenkreuz ist „das Wienerwaldkloster“, denn der Name „Wienerwald“ (lateinisch: silva wiennensis) wird erstmals in einer Urkunde des Klosters von 1332 genannt.

11. 1187 wurde die Abteikirche geweiht, 1240 die Klosteranlage; schließlich wurde die Abteikirche 1295 durch einen eindrucksvollen hohen gotischen Hallenchor erweitert, in dem der Großteil der Glasfenster original erhalten blieben. Heute ist das Stift Heiligenkreuz eine der größten mittelalterlichen Klosteranlagen der Welt.

12. In der Barockzeit entstanden einige künstlerisch hochwertige Bauten, wie etwa die Sakristei. 1683 wurde auch das Stift durch die Türkenbelagerung zerstört; die Bibliothek ging in Flammen auf. Im Rahmen des Wiederaufbaus folgte eine Erweiterung des mittelalterlichen Klosterkerns um mehrere barocke Hofanlagen.

13. Der bedeutendste Heiligenkreuzer Barockkünstler des 18. Jahrhunderts war der aus Venedig stammende Giovanni Giuliani, der fast alle Skulpturen und Plastiken schuf, die noch heute das Kloster zieren, unter anderem die Dreifaltigkeitssäule, die Fußwaschungsgruppen im Kreuzgang und das Chorgestühl. Giuliani trat nach dem Tod seiner Frau dem Kloster als Familiar bei. Auch berühmte Maler, wie Michael Rottmayr, Martino Altomonte und Georg Andreas Washuber, arbeiteten für das Stift. Giuliani und Altomonte sind in der Stiftskirche begraben.

14. Unter Kaiser Joseph II., dem Sohn von Kaiserin Maria Theresia, war Stift Heiligen­kreuz zwischen 1780 und 1790 von der Aufhebung bedroht. Die Weltanschauung der Aufklärung wirkte sich ungünstig auf den klösterlichen Geist aus; der Staat mischte sich in Angelegenheiten des Glaubens und der Kirchendisziplin. Als Gegenreaktion wurde 1802 ein „Theologisches Institut“ zur Ausbildung des Ordensnachwuchses gegründet. Heute blüht diese Einrichtung als „Philosophisch-Theologische Hochschule“ mit über 200 Priesterstudenten und Ordensleuten.

15. Unter Joseph II. mußten auswärtige Aufgaben in der Seelsorge übernommen werden. Dem Stift wurde eine Anzahl von Pfarreien anvertraut. Derzeit betreuen die Zisterzienser insgesamt 21 Pfarreien zwischen dem Neusiedlersee und dem Wienerwald.

16. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die barocke Inneneinrichtung der Abteikirche entfernt und ein Ensemble von neugotischen Altären mit einem Baldachin über dem Hauptaltar geschaffen.

17. In den Jahren von 1938 bis 1945 war die Existenz des Stiftes bedroht. Unter den Nationalsozialisten wurde das Kloster größtenteils enteignet und mehrere Mitbrüder wurden inhaftiert. Nach dem 2. Weltkrieg bemühte sich der Reformabt Karl Braunstorfer (1945-1968) um eine Stärkung des ursprünglichen Ordensgeistes. Die Liturgie wurde ganz im Sinn des 2. Vatikanischen Konzils reformiert und ein eigenes lateinisches Brevier geschaffen. Auch die Pflege des Gregorianischen Chorals ist den Heiligenkreuzer Mönchen heute ein großes Anliegen.

18. Heute ist Heiligenkreuz das größte Zisterzienserkloster Europas. Die Liturgie wird von den Mönchen mystisch und ehrfürchtig gefeiert; es gibt zahlreiche junge Männer, die ihrer Berufung folgen und in Heiligenkreuz eintreten. Die Mönche sind aber auch sehr aufgeschlossen gegenüber Gästen und Besuchern. Die Zisterzienser von Heiligenkreuz bemühen sich um einen offenen und freundlichen Umgang mit den vielen Menschen, die Stille und Gottesbegegnung suchen.

P. Dr. Karl Wallner OCist, 2013

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